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Der heilige Vogel der Maori  
Ein Kind des Waldgottes  
Nach den Überlieferungen der Maori ist der Kiwi der älteste Sohn von Tane, Gott des Waldes und Schöpfer aller Tiere und Pflanzen. Für die Maori ist der Kiwi ein Bruder, und doch wurde er von ihnen gejagt - nach strengen Ritualen. Die Bewegungen im Schlaf des Dorfältesten orakeln über den Erfolg oder Misserfolg der kommenden Jagd. Wer den Kiwi mit Namen anruft, warnt ihn vor seinen Jägern. Im Schöpfungsmythos der neuseeländischen Ureinwohner spielt der Vater des Kiwi eine entscheidende Rolle. Zusammen mit seinen Brüdern trennt er Rangi, den Himmelsvater, und Papa, die Erdenmutter, aus ihrer innigen Umarmung und bringt so das Licht auf die Welt. 123456
Kiwis  
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Der Kiwi ist einer der letzten lebenden Nachfahren der Urzeitvögel. Der Kiwi konnte fliegen - vor Millionen von Jahren. In Ermangelung natürlichen Feinde bildeten sich die Flügel zurück. Nur eine winzige Kralle zwischen den Federn zeugt von seiner einstigen Fähigkeit. Beim Jagen macht der Kiwi die Augen zu. Seine Beute erschnüffelt der Vogel mit den Nasenlöchern an der Schnabelspitze. Klein, aber oho: In Relation zu ihrer Körpergröße legt das Kiwiweibchen die größten Vogeleier der Welt. Mit den Säugetieren aus der Alten Welt kam das Verderben: 95 Prozent aller jungen Kiwis sterben in den ersten hundert Tagen. Heute leben von den vier Kiwiarten nur noch einige 1000 Exemplare.
   
Und so hören sich die Kiwis an:
   
Das Männchen Das Weibchen