Der polynesische Raum, in dem Neuseeland liegt, besteht aus einer Unmenge von Inseln.
Die bemerkentsten Fähigkeiten ihrer Bewohner waren Bootsbau und Navigation. So konnten die Einheimischen schon sehr früh Farten zwischen den Eilanden mit bis zu einer Entfernung von 300 Meilen unternehmen.Im 7. Jahrhundert begann die Goldene Zeit der See- und Entdeckungsfahrten, die bis ins 12. Jahrhundert andauerte.Von der Insel Raiatea im Tahiti- Archipel, dem religiösen und politischen Zentrums des alten Polynesiens, gingen besonders viele Reisen und Entdeckungsfahrten über tausende von Seemeilen aus.
Von Hawaiki aus segelt, alten Überlieferungen zufolge, im 10. Jahrhundert (ca. 950) ein gewisser Kupe mit seinem Begleiter Ngahue nach einem wolken- und nebelbedeckten Land im großen südlichen Ozean, nach Tiritiri o te Moana. Acht Generationen nach Kupe, um 1150, hielt sich (ebenfalls alten Überlieferungen zufolge) Toi in Neuseeland auf. Auch er berichtete daheim mit großer Begeisterung
wie sein Vorgänger Kupe von den fantastischen Landschaften und den Siedlungsmöglichkeiten, sowie von den Moa Jägern.
1965 folgte der neuseeländer David Lewis der Kupe- Überlieferung, den Kurs etwas links dem Sonnenuntergangspunkt im November zuhalten.
 

Er brach daher ohne großartige technische Hilfsmittel mit einem einfachen Segelboot von Tahiti aus auf und erreichte nach 35 Tagen
die Nordinsel Neuseelands.
Von Hawaiki aus brachte er die Vorfahren der heutigen Ureinwohner Neuseelands dahin. Es müssen besonders kühne und tapfere
Männer und Frauen gewesen seindie eine Fahrt nach Aotearoa, dem Land der langen weissen Wolke, wagten, denn die Entfernung betrug
mehr als 3.000 km. Auf sieben Booten, der "Großen Flotte"; KAMEN SIE; DER Überlieferung zufolge, nach Neuseeland.
Die Namen dieser Boote waren, Te Arawa, Aotea, Mataatua, Horouta, Tainui, Takitimu und Tokomaru.
Noch heute leiten die Maori ihre Abstammung von der Besatzung der damaligen Boote ab. Nach geneanalogischen Afzeichnungen - man ritze für jeden Häuptling eine Kerbe in einen vorbestimmten Stab ein- könnte sich diese Ankunft um die Mitte des 14 Jahrhunderts zugetragen haben. Diesem ersten Eintreffen polynesischer siedler folgten weiter Neusiedler.
Um 1450 kamen die letzten Boote, danach hörte die Verbindung mit der Urheimat aus heute noch unerklärlichen Gründen
plötzlich auf. Die 30 m langen Auslegerboote oder Doppelkanus landeten an verschiedensten Stellen der Nordinsel; wo die Besatzungen der Boote
neues Siedlungsgebiet in Besitz nahmen.
Die polyneischen Seefahrer vermischten sich nun mit den eigentlichen Ureinwohnern, den Moa Jägern. Die Neuankömmlinge nannten die Moa Jäger nur Tangata Whenua - Menschen des Landes. Die letzten Stämme der Moa Jäger verloren ca. 1550 auf der Südinsel ihre Selbständigkeit und wurden auch kolonisiert.

 

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In alten Überlieferungen wird erzählt, das die Neuankömmlinge die einheimischen Männer, die sehr gute Ackerbauern und Jäger, aber
schlechte Krieger waren, töteten und deren Frauen in Besitz nahmen.
Aus diesen verbindungen gingen die Maori hervor, die sich auch selbst für eine Mischrasse halten.

Ende des vorherigen Jahrhunderts konnte man noch drei voneinander abweichende Maori Typen unterscheiden.
Es gab Maori mit platten nasen, wulstigen Lippen, schwarzem Kraushaar, dunkler Hautfarbe und kleiner Statur.
Der überwiegende Teil der Maori waren jedoch mit proportionierten, ja fast europäischen Gesichtsformen, straffem schwarzem Haar,
heller Hautfarbe und etwa 1,80 m Körpergröße, durchweg muskulöse, edle Männergestalten und grazile, wohlgeformte Frauen.
Die Maori des dritten typs sahen arabisch- semitisch aus. Sie hatten braunes bis rötliches Haar und eine sehr lichte Hautfarbe.

 
Die noch bestehenden Maori-Staemme sind unter dem Namen "iwi" bekannt. Die meisten Maoris leben mittlerweile aber in Grossstaedten. Besonders wichtig fuer die Maoris ist die Musik und der Tanz. Die bekannteste Maori-Interpretin ist Tiri Ke Tanawa die 1971 im Covent Garden ihr Debut gab. 1981 sang Sie vor einem Riesenpublikum bei der Hochzeit von Prinz Charles und Prinzessin Diana, weltweit hoerten rund 750 Millionen Menschen die Sopratistin. Im Maerz 2001 trat Sie zum 30-jaehrigen-Jubilaeum des Royal Opera House auf und landete mit ihrer neuen Platte in den Bestsellerlisten.
Sehr bekannt ist auch das Carving, eine Schnitzkunst aus Holz oder Jade. Auch die architektonischen Carvings sind eine Schoenheit fuer sich – zu sehen in den Maori Haeusern (Marae).
Die beste Region den Maoris zu begegnen und sie kennenzulernen, ist Rotorua. Hier können Sie das traditionelle Essen (Maori kai) der Maoris probieren, gekocht auf heissen Steinen. Genannt wird diese Zelebrierung "Hangi". Natuerlich gibt es hier auch den "kapa haka", den traditionellen Maori Tanz und Gesang zu sehen und zu hören.